Kunst

Bunte Bilderwelten voller Magie und Wildheit

Westdeutsche Zeitung
27.11.2025
Von Stephan Eppinger

WDR-Moderatorin Manuela Klein (Mitte) stellt ihre Bilder erstmals aus. Zur Vernissage kamen Ur-Fööss Bömmel Lückerath (r.) und Musiker Björn Heuser. Foto: Stephan Eppinger
WDR-Moderatorin Manuela Klein (Mitte) stellt ihre Bilder erstmals aus. Zur Vernissage kamen Ur-Fööss Bömmel Lückerath (r.) und Musiker Björn Heuser. Foto: Stephan Eppinger

Köln · Eine surreale Szene bei einem Besuch in Portugal war für WDR-Moderatorin Manuela Klein die Initialzündung für ihre Arbeit als Künstlerin: „In einer Einöde mitten auf dem Land umgeben von dichter Natur und Weinbergen habe ich auf einem Stromkasten ein Plakat entdeckt, das auf einen Glasfaseranschluss hinwies.

Diese Szene mit ihrem magischen Kontrast habe ich direkt fotografiert – sie war mein Weckruf, die Kreativität, die schon immer in mir steckte, endlich umzusetzen”, erinnert sich die Kölnerin.

Aus am Strand entdeckten Fundstücken wie Hölzern, Federn, Muscheln, aber auch angespültem Zivilisationsmüll schafft sie ihr erstes plastisches Werk. Im Mittelpunkt stand die Fotografie, umgeben wurde sie von den arrangierten Fundstücken, die Klein mit Materialien wie Bauschaum, Acryllacken, Stoffen und Glitter farbenfroh in Szene gesetzt hat.

Später folgten auch Motive aus ihrer Heimatstadt Köln. „Den Dom habe ich vom 13. Stock des Funkhauses fotografiert und dann mit passenden Fundstücken umgeben. Das gilt auch für das FC-Fan-Bild, das ich an einem Laternenpfahl in den Niederlanden entdeckt habe”, berichtet Klein, die ihre Werke in Portugal und in einem angemieteten Atelier im Mülheimer Hafen gegenüber des Bootshauses schafft.

Für ihre erste Ausstellung in der Galerie Wasser an der Sankt-Apern-Straße hat sie sich mit zwei weiteren befreundeten Künstlern zusammengetan. Bei Andrea Wycisk bilden Plakate auf Kölner Litfaßsäulen die Basis für ihre Arbeiten. „Es sind bis zu 100 Schichten, die von den Säulen abgenommen werden, die ich dann je nach Motiv passend zuschneide, künstlerisch bearbeite und mit gesprayten Acryllack farbig gestalte. Das ist dann wie ein Make-up für das Bild. So hole ich Streetart nach Hause und mache diese salonfähig”, berichtet die Künstlerin.

Der Dritte im Bunde ist ihr Mann Wolfgang Höppener, der sein künstlerisches Metier in der Tischlerwerkstatt seines Großvaters entdeckte, wo er einen Karton mit Nägeln fand und sich überlegte, was man daraus schaffen könnte. Aus Stahlstiften, Leinwand und Farbe entwickelt er Werke, die an den berühmten Nagelkünstler Günther Uecker erinnern, die aber voller Dynamik sind. So werden Boxer oder Tänzer dargestellt, die ihr Aussehen je nach Lichteinfall oder Perspektivwechsel immer wieder verändern.

Zur Vernissage an diesem Mittwochabend kamen auch bekannte Gesichter der Kölner Stadtgesellschaft wie der Ur-Fööss Bömmel Lückerath, der Musiker Björn Heuser und der Vorsitzende der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, Bernhard Conin. Angesagt hatten sich außerdem unter anderem Künstler HA Schult und der Unternehmer und Musicalproduzent Frank Blase.

Service: „ARTgerecht“, Galerie Wasser, Sankt-Apern-Straße 11, bis Sonntag, 30. November 2025. Öffnungszeiten: Fr/Sa 13 bis 21, So 13 bis 18 Uhr.

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