Köln · Bereits zum elften Mal gibt es in der X-Post am Gladbacher Wall die Kunstmesse „Discovery Art Fair“, die noch bis morgen ihre Pforten für die Besucher geöffnet hat. 117 Aussteller aus 16 Ländern zeigen dort an den Ständen zeitgenössische Kunst von Malerei und Skulptur über Fotografie bis hin zu digitalen Kunstformen.
„Hier sind Galerien genauso vertreten wie Projekte und einzelne Künstler. Das Entscheidende bei der Auswahl ist die künstlerische Position. Die Messe ist bewusst ein niederschwelliges Event für alle Kunstinteressierten. Zu sehen gibt es renommierte Künstler genauso wie junge, neue Kunstschaffende. Das reicht vom kleinen Format für 50 Euro bis zu großen Werken, die im fünfstelligen Bereich liegen. Da ist für jeden etwas dabei”, sagt Pressesprecherin Linda Cerna.
Kunstschaffende spielen mit verschiedenen Materialien
Wer durch die Hallen streift, erkennt die Experimentierfreude der Künstler, die mit verschiedenen Materialien spielen. So entstehen Skulpturen zum Beispiel aus Vinylplatten, Elektrosteckern und Streichhölzern. Beim Schweizer Künstler Philipp Käppeli bilden 93 hölzerne Spazierstöcke eine Skulptur, die einer Pusteblume ähnelt. „Die Arbeit trägt den Titel ,Der Weg der Zeit‘ und zeigt, wie sich Dinge im Laufe der Jahre verändern. Gerade die Gebrauchsspuren an den Stöcken waren mir sehr wichtig”, sagt Käppeli.
Einen ganz anderen Weg hat Robert Kretzer bei seinen Arbeiten für sich gefunden: „Ich habe bei einer Reise die Skulptur eines unbekannten, antiken Römers entdeckt und diese fotografiert. Mithilfe von KI habe ich das Gesicht wieder zum Leben erweckt und es durch verschiedene Gefühle immer wieder verändert. Die Ergebnisse wurden auf Aquarellpapier übertragen und dann von mir mit der Hand bestickt. Das hat bei zehn Stunden Handarbeit am Tag bis zu vier Wochen gedauert”, erklärt Kretzer seine Serie „Silent Sirens“.
Eine raumgreifende Installation, die Anlass für Diskussionen geben wird und auch soll, findet sich am Stand des Wesselinger Aktionskünstlers Dennis Josef Meseg. Bei „Kinderland ist abgebrannt“ trifft ein Kinderzimmer mit Barbiepuppen, Superhelden und anderen über ein Jahr hinweg gesammelten Spielzeugfragmenten auf das SM-Studio einer Domina. Mittendrin finden sich drei männliche Nacktmodelle. „Meine Arbeit ist eine bewusst irritierende Installation. Sie ist keine Darstellung realer Ereignisse, sondern eine Metapher für innere und gesellschaftliche Spannungen. Was sichtbar wird, ist kein Skandal, sondern ein Seelenraum – verdichtet, überzeichnet und konfrontativ”, erläutert der Künstler.
Zu den Ausstellenden gehört auch der Kölner Odo Rumpf, dessen große, oft kinetische Skulpturen aus Stahl und Industriefundstücken seit vielen Jahren im Stadtraum präsent sind. „Viele der jetzt hier bei der Messe gezeigten Arbeiten sind während zwei Aufenthalten in Indonesien entstanden. Diese habe ich mit einem Container zurückgeholt und restauriert. Sie sind zum ersten Mal in Köln zu sehen”, berichtet Rumpf.
Erstmals auf einer Kunstmesse vertreten ist TV-Moderatorin und Journalistin Manuela Klein, die sich als Künstlerin mit Andrea Wycisk und Wolfgang Höppener bei „Artgerecht“ an ihrem Stand in der X-Post mit neuen und älteren Arbeiten präsentiert. „Ich bin ziemlich aufgeregt und habe mich riesig gefreut, als die Zusage der Jury für die Messe kam. Es ist großartig, dass ich hier so vielen Menschen meine Kunst zeigen darf. Zu den neuen Arbeiten gehört auch ,Resist‘, das die Geschichte einer Frau erzählt, die schwere Zeiten durchlebt hat, die aber auf dem Weg der Besserung ist. Der Großteil des Erlöses dieses Werks geht bei einer Charity-Aktion an den Verein ,Frauen helfen Frauen‘”, sagt Klein, die am Stand auch Promis wie Henning Krautmacher, Erry Stoklosa, Michael Kokott und Heike Henkel begrüßen konnte.
